Naturschutzverein Grüne Aktion Westerzgebirge e.V.
  Wald
                                                 Seit Bestehen unseres Vereins engagieren sich die Mitglieder um den Erhalt des Erzgebirgswaldes und vor allem                                                  auch für dessen naturgemäßen Umbau. Neben der anfänglichen Anzucht einiger tausend Rotbuchen in unserer                                                  Vereinsbaumschule (1991 bis 1995) mit deren kostenlose Abgabe an das Forstamt Schönheide zur                                                  Unterpflanzung lichter Fichtenbestände, führten wir auch mehrere Einsätze zum Gattern wildgefährdeter                                                  Laubholzpflanzungen durch.                                                  Nach dem Orkan Kyrill im Januar 2007, der große Forstbestände umfallen lies, unterstützten wir das Forstamt                                                  Eibenstock bei der Reisigberäumung auf den zahlreich entstandenen Wurfflächen. Diese so beräumten                                                  Waldgebiete wurden wenige Jahre zuvor erfolgreich mit Rotbuchen und Weißtanne unterpflanzt. Mit diesen    Aktionen konnten wir die Jungbäume vor einem Absterben unter den schweren Ästen retten.   Unser Verein begrüßt alle Aktivitäten des Forstbezirks Eibenstock bei der flächigen   Waldumwandlung hin zu standortgerechten Mischwälder. Vielfalt mit heimischen Baum-   arten erhöht die Reaktionsfähigkeit des Waldes, auf die zu erwartenden häufiger und   intensiver werdenden Umweltereignisse wie Stürme, Nassschnee und Trockenperioden.   Die Baumartenzusammensetzung wird sich klimabedingt in den nächsten Jahrzehnten   verändern, aber dieser Prozess wird „ungesteuert“ sich zu  örtlichen Katastrophen ent-   wickeln. Nicht nur ein damit verbundene Verlust am  Rohstoff Holz besorgt uns, sondern   auch die Gefährdung so wichtigen Funktionen wie Bodenschutz und Regulierung des   Wasserhaushaltes. Viele Lebensformen im Naturhaushalt, die auf das Vorhandensein von   ökologisch intakten Wäldern angewiesen sind, werden mit nicht zu kalkulierenden Aus-   wirkungen in ihrem Fortbestand gefährdet. Es gibt für die heutige Gesellschaft keine   dringlichere Aufgabe im Bezug auf unsere Forste, als umgehend mit dem flächigen Wald-   umbau zu beginnen, oder wie hier in unserer Region ihn konsequent fortzuführen.   Wichtig für den so zügigen, notwendigen und erfolgreichen Waldumbau ist die Ausprägung   eines öffentlichen Bewusstseins hierfür. Die Menschen müssen wieder einen engeren Bezug zu ihrem Wald bekommen.   Wald muss als etwas Erholungspendendes, ästhetisch Schönes und Wertvolles verstanden werden. Mehr als nur  Rohstofflieferant und   „Testfläche“ für eine grenzenlose Maschinisierung. Waldbilder sind für uns Menschen von großer Bedeutung. Die Schönheit des Waldes der    Gewinnoptimierung zu opfern, schafft ein gesellschaftliches Frustpotential welches den gefährlichen Naturentfremdungsprozess noch     befördert.                                                                                                      Großmaschinen (Erntetechnik!!!) bedingen aus wirtschaftlichen Prämissen einen                                                                                                      kontinuierlichen Einsatz, auch während ungünstigen Witterungsbedingungen                                                                                                      (Regenzeiten) und  Jahreszeiten (z.B. Fortpflanzungszeit der Vögel).                                                                                                      Für unseren Verein ist die derzeitige Entwicklung der Forstwirtschaft in Sachsen                                                                                                      besorgniserregend. Mit großen Maschinen wird dem Wald zu Leibe gerückt, ohne                                                                                                      Rücksicht auf den Erholungswert unserer Wälder. Nur um den Preis des Holzes so                                                                                                      niedrig wie möglich zu halten. Wichtiger und wirklich nachhaltiger (ein                                                                                                      forstwirtschaftliches Schlagwort) wäre ein gerechter Holzpreis der alle                                                                                                      Aufwendungen von Gewinnung bis Nachsorge widerspiegelt. Dann würde der                                                                                                      Einsatz von Holz klüger und bewusster erfolgen.
Jungbuche auf einer Kyrillfläche
Borkenkäferbefall
Borkenkäfer (Buchdrucker) am Eingang seiner Bruthöhle
Fichtenplantage
Eichensaatfläche auf einer ehem. Erdstoffdeponie
ökologisch wertvolle Wald-Offenbereiche
naturnaher Waldbach
ökologisch wertvolles Totholz
Waldschäden durch Holzrückung mit zu schwere Technik bei nassen Bodenverhältnissen
Sturmschäden
gelungener Buchen-Voranbau Bockautal
Waldexkursion zum Thema Waldumbau
Schäden durch den Orkan Kyrill 2007
aufwendige Erschließungstrassen in Gebirgswäldern zerstören das ästhetische Waldbild
Rauchschadgebiet Kammregion des Erzgebirges 1990